Charakteristischen Haar- und Beautylooks von Beth Harmon “Das Damengambit” auf Netflix.

Die fesselnde Netflix-Serie folgt dem Schach-Wunderkind Beth Harmon (Anya Taylor-Joy) auf ihrem Weg zur eleganten jungen Frau. Auch ihr Look ist dabei Teil des Storytellings.




“Das Damengambit”: Warum Beth Harmon rote Haare trägt und vieles mehr – laut dem Hairstylist der Serie


"Ich [sehe mich selbst] als würde ich mich um die Requisite fürs Gesicht kümmern", sagt der Brite Daniel Parker, heute einer von Hollywoods führenden Haar- und Make-up-Künstlern, dessen beeindruckender Lebenslauf Jobs bei "Troja" (2004), "Zero Dark Thirty" (2012) und der Fernsehserie "Chernobyl" (2019) zählt. Parkers jüngster Auftrag war jedoch für die kleine Leinwand, nämlich für die erfolgreiche Netflix-Sendung "Das Damengambit".


Anya Taylor-Joy verkörpert in der Serie, geschrieben und inszeniert von Scott Frank und basierend auf dem gleichnamigen Roman von Walter Tevis von 1983, das beeindruckende Schach-Wunderkind Beth Harmon. Die Handlung spielt in den späten 1950ern und frühen 1960ern und ist eine Coming-of-Age-Geschichte, während der sich Beth von einem Waisenkind zu einer eigensinnigen jungen Frau entwickelt und in einer männlich dominierten Schachwelt um Sichtbarkeit kämpft. Und es sind Parkers exquisite und doch subtile Haar- und Beauty-Looks, die dazu beitragen, von dieser Reise zu berichten.


Make-up und Haar-Artist von “Das Damengambit” erklärt: Darum hat Beth Harmon rote Haare


Da ist einerseits Beths praktischer, utilitaristischer Micro-Pony, der eine Identitäts-Beschneidung signalisiert, als sie ins Waisenhaus kommt, und der schließlich einem sanften Bob mit Mittelscheitel und gestuften Locken weicht, während sie zu einer eleganten jungen Frau heranreift. Hinzu kommen ein perfekt gepudertes Gesicht, die ordentlich umrandeten Augen und die kräftigen roten Lippen, die verwischen und verschmieren, sobald sie der Alkohol- und Drogensucht verfällt.


Wir sprachen mit Parker über seinen kreativen Prozess, die Bedeutung von Authentizität und seine Entscheidung, Beths Haarfarbe in “Das Damengambit” zu ändern.


Wo beginnt man bei einem Projekt wie “Das Damengambit” und was ist die größte Herausforderung?


Ich lese die Skripte, dann habe ich ein Bild im Kopf und beginne, daran zu arbeiten. Die größte Herausforderung besteht darin, etwas zu produzieren, das erfüllt, was das Drehbuch verlangt, gemischt mit der Vision des/der RegisseurIn und meiner eigenen Vision. Die Herausforderung besteht heutzutage außerdem darin, die Dinge realistisch zu halten und nicht in irgendeiner Weise durch Computerarbeit zu manipulieren, damit man tatsächlich etwas bekommt, das real aussieht.


Wie wichtig ist Beths Look für die Handlung der Show?


Er ist essentiell. Sie wird von der Baby-Beth zur erwachsenen Beth. Das Make-up und die Haare mussten diese Geschichte erzählen. Sie müssen sie altern lassen; sie müssen zeigen, dass sie reifer wird; dass sie alkohol- und drogenabhängig wird. Es sind das Make-up und die Haare, die man in all den Nahaufnahmen sieht. Wenn das falsch ist, wenn es sich nicht richtig vorwärts bewegt, dann wird es nicht funktionieren. Das Kostüm ist genauso wichtig. Es ist ein Prozess, zumal sich die Serie über eine so lange Zeit erstreckt.


Im Buch hat Beth braunes Haar, in der Serie aber rotes. Wie kam es dazu?


Es kam mir, als ich das Drehbuch gelesen habe. Für mich war sie irgendwie immer rothaarig. Das Lustige ist, dass ich den Regisseur Scott getroffen habe und sagte: “Es gibt eine Sache: Ich finde, sie sollte rote Haare haben.” Er sagte: “Auf jeden Fall, da stimme ich zu.” Dann traf ich Anya und sagte: “Was hältst du davon, dass Beth rothaarig ist?” Und sie sagte: “Wovon redest du? Natürlich ist sie rothaarig.” Es war ziemlich außergewöhnlich.


So wie das Drehbuch geschrieben war, konnte man sich gut vorstellen, wie die Charaktere sein würden. Aber wenn man dann den Cast kennenlernt, überlegt man sich auch alles manchmal wieder anders. Mrs. Wheatley [Beths Adoptivmutter] zum Beispiel sollte ursprünglich blond sein, aber jetzt hat sie dunkelbraunes Haar und sieht damit fantastisch aus. Das war eine Entscheidung, die ich schnell treffen musste.


Gab es eine bestimmte Botschaft, die Sie über Beths Charakter durch die Sprache ihrer Frisuren vermitteln wollten? Sie trug etwa den Micro-Pony, als sie im Waisenhaus war, dann die gestuften Locken, als sie zur Frau reifte.


Die Haare erzählen viel von der Geschichte. Ebenso wie die Kostüme, die wunderschön sind. Es geht um das Erwachsenwerden, um ein armes kleines Mädchen, das seine Mutter verliert, und das erste, was ihm passiert, ist, dass man es auszieht und ihm die Haare abschneidet. Ich musste mit allen Mitteln um diesen Micro-Pony kämpfen. Er war nicht gerade beliebt, aber sehr effektiv und er erzählt an sich selbst eine Geschichte. Dieser scheußliche kleine Haarschnitt, den alle Waisenkinder bekamen. Ich wollte es noch schlimmer machen, aber das wurde mir nicht erlaubt – keine der Mütter hat es zugelassen.


Kommen wir zu Beths Beauty-Looks: Woher stammte die Inspiration für ihr Make-up?


Die Hauptinspiration hinter Beths Haar war die Schauspielerin Natalie Wood. Man entdeckt auch Rita Hayworth und Lauren Bacall und die Geschmeidigkeit und Schönheit von Grace Kelly. Es war eine wunderbare Ära – der gepuderte Look, der Eyeliner, die Lippen, das Rouge, wirklich wunderschön aufgetragen. Es ist Perfektion, ohne übermäßig geschminkt zu sein.




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