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SARA FLEUR


Mit 18 Jahren stach sich Sara ihr erstes Tattoo. «Spongebob und Patrick auf meine Füsse», erzählt die heute 26-Jährige mit einem Lächeln. Ihre Eltern dachten sie mache eine Phase durch. Doch schon dort wusste sie, dass sie mehr Tattoos machen würde. Spongebob und Patrick spielten eine bedeutende Rolle in ihrer Kindheit. Sieben Jahre wuchs sie ohne Fernseher auf. Als es dann endlich einen gab, verbrachte Sara den ganzen Sommer Zuhause vor der Flimmerkiste. «Ich hatte vieles nachzuholen. Das schöne Wetter war mir egal. Ich wollte unbedingt Spongebob und Patrick gucken. Ich liebte es!» Sie verewigte die beiden unter ihrer Haut. Einen ganzen Arm widmete sie etwa den Figuren aus Dragonball. Auf ihren Handrücken sind die Gesichter von Son Goten und Trunks zu sehen.


Vieles was sie unter der Haut trägt sind Erinnerungen. «Die Kindheit lässt sich nicht ändern, sie wird immer Teil von einem sein, wie ein Tattoo.» Schon früh mischte Sara verschiedene Styles zusammen: «Ich lief in der sechsten Klasse mit DC-Skaterschuhen und Miss Sixty Hosen rum.» Sie wollte nicht in eine Schublade gesteckt werden. Sie wollte etwas ganz Eigenes kreieren - und das machen, was ihr gefällt - und nicht der Gesellschaft zu entsprechen. Genau dies machte sie zu dem, was sie heute ist: eine selbstbewusste, hartnäckige und zielstrebige Frau. Das Kreative begeisterte die Aramäerin schon immer. Nach einem zweijährigen Praktikum in einer Konditorei, arbeitete sie im Kleiderladen «Soho» in Zürich. «Ich entfaltete mich komplett, fing an mich zu piercen und wechselte meine Haarfarbe, wie Kleider», erinnert sie sich. Nebenbei erhielt sie immer mehr anfragen als Tattoomodel und war ausserdem als Animationstänzerin in einem Zürcher Club tätig.


Schliesslich entschied sie sich für eine Ausbildung zur Piercerin. Nach über fünf Jahren brauchte sie einen Tapetenwechsel. Über eine Bekannte erlernt sie das Handwerk des Naildesigns. Sie begeistert Kunden mit speziellen Naildesigns, die mit ihrer Einzigartigkeit bestechen. In jeder freien Minute widmet sie sich der Tattookunst. In Zürich lernt sie von renommierten Tattoo-Artists das Handwerk. «Das erste Tattoo, das ich selber stach, war an mir selbst.» Neben ihrem Fussknöchel verewigte sie sich selbst eine Hangloose-Hand.


Autorin: Nives Arrigoni.